19% aller Phase-III-Versagen in der Arzneimittelentwicklung sind auf Nephrotoxizität zurückzuführen. Nur 2% davon werden präklinisch erkannt — mit dem Standardmodell HK-2. Diese Lücke kostet die pharmazeutische Industrie jährlich Milliarden und verzögert sichere Medikamente für Patienten.

Der Grund ist biologisch eindeutig: HK-2-Zellen exprimieren weder OAT1 noch OAT3 noch OCT2 — die Transporter, die für den Großteil arzneimittelinduzierter Nierenschäden verantwortlich sind. ciPTEC schließt diese Lücke.

Was ist ciPTEC — und warum ist es das einzige vollständig validierte humane Nierenmodell?

ciPTEC (conditionally immortalized Proximal Tubule Epithelial Cells) ist eine humane renale Proximaltubulus-Zelllinie, die von Cell4Pharma B.V. (Niederlande) entwickelt wurde. Die Zelllinie wurde durch Einführung temperatursensitiver Gene in primäre humane Proximaltubuluszellen immortalisiert — mit unbegrenzter Proliferationskapazität bei 33°C und vollständiger Proximaltubulus-Differenzierung bei 37°C.

Das Ergebnis: Eine humane Nierenzelllinie, die die Transporterexpression nativer Proximaltubuluszellen stabil über 20+ Passagen beibehält — ohne die Transporterfunktion zu verlieren, die bei primären Zellen nach wenigen Passagen zusammenbricht.

„Die ciPTEC imitiert primäre Nierenzellen, aber man kann sie über lange Zeit kultivieren, ohne ihre Eigenschaften zu verlieren. Die Expression der Transporter führt zu einer genaueren Reaktion auf Arzneimittel und Toxine. Die Zellen wachsen schnell und sind einfach zu handhaben.”

Renata Škovroňová, Early Stage Researcher — Universität Turin

Die kritische Lücke: Warum HK-2 für DMPK-relevante Nephrotoxizität ungeeignet ist

Der proximale Tubulus ist der primäre Ort arzneimittelinduzierter Nierenschäden (DIKI). Proximale Tubulusepithelzellen exprimieren hohe Konzentrationen von Aufnahmetransportern an der basolateralen Membran — OAT1 (SLC22A6), OAT3 (SLC22A8) und OCT2 — die Arzneimittel aktiv aus dem Blutkreislauf in die Tubulusepithelzellen konzentrieren.

MerkmalciPTECHK-2RPTEC/TERT1
OAT1 funktional✓ Stabil✗ Nicht vorhanden~ Inkonsistent
OAT3 funktional✓ Stabil✗ Nicht vorhanden~ Inkonsistent
OCT2 funktional✓ Ja✗ Niedrig✓ Ja
MATE1 / MATE2✓ Vorhanden✗ Nicht vorhanden~ Variabel
FDA/EMA DDI-konform✓ Ja✗ Nein~ Partiell
Stabil >20 Passagen✓ Ja✓ Ja✓ Ja
Peer-reviewed Publikationen90+Viele (generell)~30
IndustrievalidierungAstraZeneca (62 Verbindungen)Keine spezifische DDI-ValidierungKeine vergleichbare

„Da die Zelllinie in der Kultur robust ist, führt die Forschung zu zuverlässigen Ergebnissen. Meines Wissens ist derzeit keine Nierenepithelzelllinie mit einem gleich guten prädiktiven Wert für die menschliche Niere verfügbar.”

Prof. Roos Masereeuw, Professorin für Experimentelle Pharmakologie — Universität Utrecht

Drei ciPTEC-Modelle — für jeden experimentellen Bedarf

Cell4Pharma bietet drei komplementäre ciPTEC-Modelle an, die das vollständige Spektrum renaler Arzneimitteltransporter abdecken:

ciPTEC Parental — Allgemeines Nephrotoxizitäts-Screening

Exprimiert: OCT2, Pgp, MRP2, MRP4, BCRP, Megalin. Sensitivität: 63%. Primäre Anwendung: Allgemeines Nephrotoxizitäts- und Vitalitätsscreening, Rezeptor-vermittelte Endozytose (Megalin/Cubilin).

ciPTEC-OAT1 ★ Empfohlen — Organisches Anionen-DDI

Zusätzliche stabile Expression: OAT1 (SLC22A6), MATE1/2. Sensitivität: 75–100%*. Spezifität: 100% (AstraZeneca-Validierung, 62 Verbindungen, Archives of Toxicology, 2018). Primäre Anwendung: OAT1-vermittelte DDI-Studien, antivirale Nephrotoxizität (Tenofovir, Cidofovir), Peptid-Therapeutika-Screening.

*Mit OAT1-Überexpression: bis zu 100% Sensitivität.

ciPTEC-OAT3 — Vollständiges basolaterales Anionentransport-Profil

Zusätzliche stabile Expression: OAT3 (SLC22A8). Sensitivität: 88%*. Primäre Anwendung: Vollständige basolaterale Anionentransport-Abdeckung, ergänzend zu ciPTEC-OAT1 für umfassende renale DDI-Pakete.

Validierung — 90+ Publikationen und AstraZeneca-Kooperation

ciPTEC ist das am umfangreichsten validierte humane In-vitro-Nierenmodell auf dem Markt. Die AstraZeneca-Kooperation lieferte den entscheidenden Proof-of-Concept: ciPTEC-OAT1 wurde gegen 62 Verbindungen getestet — mit 75% Sensitivität und 100% Spezifität für Nephrotoxizitätsprädiktion. Bei OAT1-Überexpression steigt die Sensitivität auf bis zu 100%.

Über 90 Peer-reviewed Publikationen validieren ciPTEC-Performance in Nephrotoxizität, DDI und Transporter-Mechanistik. Das Modell wird in 48+ Laboratorien in 14+ Ländern eingesetzt — darunter Mimetas, IONTOX, Radboudumc, Utrecht University und führende pharmazeutische Unternehmen.

„Perfundierte tubuläre Strukturen auf der OrganoPlate-Plattform, die mit der ciPTEC-Zelllinie etabliert wurden, zeigten hervorragende Leistung bei der Vorhersage der Nierentoxizität getesteter Verbindungen und Arzneimittel. Die spezifischen Transporter-Überexpressionslinien sind wertvoll beim Verständnis des Wirkmechanismus einer Verbindung oder bei der Bestimmung potenzieller Arzneimittelwechselwirkungen.”

Linda Gijzen, Project Scientist — Mimetas

Anwendungen — von früher Entdeckung bis zur regulatorischen Einreichung

DIKI-Prädiktion in der frühen Wirkstoffforschung

Arzneimittelinduzierte Nierenschäden in frühen Discovery-Phasen identifizieren — bevor kostspielige präklinische Tierstudien gestartet werden. ciPTEC reduziert die Spätphasen-Attrition durch renale Toxizität.

Transporter-DDI-Studien (OAT1, OAT3, OCT2)

Substrat- und Inhibitor-DDI-Studien für OAT1/OAT3 (organische Anionen) und OCT2 (organische Kationen) für regulatorische Einreichungen gemäß FDA DDI Guidance 2020 und EMA DDI Guideline.

Antivirale und Chemotherapie-Sicherheit

Antivirale Nephrotoxizitäts-Screening (Tenofovir, Cidofovir, antiretrovirale Therapeutika) und Cisplatin/Chemotherapie-Sicherheitsprofiling — mit dem validierten OAT1-Modell.

Peptid-Therapeutika (GLP-1, ADCs, PCSK9-Hemmer)

Peptid-Forscher unterschätzen häufig das OAT1/OAT3-vermittelte Nephrotoxizitätsrisiko. GLP-1-Agonisten, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) und PCSK9-Hemmer weisen bekannte renale Transporter-Interaktionen auf, die mit HK-2 nicht detektiert werden können.

3D-Modelle und Kidney-on-a-Chip

ciPTEC ist kompatibel mit OrganoPlate® (Mimetas), PhysioMimix® (CN Bio) und anderen Organ-on-a-Chip-Systemen. Perfundierte tubuläre Strukturen mit ciPTEC wurden für Nephrotoxizitäts-Prädiktion unter physiologischen Flussbedingungen validiert.

Wichtiger Hinweis zur Supplementierung

ciPTEC-Zellen erfordern humanes AB-Serum zur Supplementierung — kein FBS. SeamlessBio liefert GMP-dokumentiertes humanes Serum Typ AB aus EU/US-zertifizierten Spendern — vom gleichen Lieferanten, auf einer Rechnung. Kein fragmentierter Einkauf, keine Versorgungsrisiken für Langzeitstudien.

ciPTEC über SeamlessBio — EU-Lieferung, direkter Support

SeamlessBio vertreibt ciPTEC-Zelllinien exklusiv für DACH und EU — direkt von Cell4Pharma B.V. (Niederlande). Lieferung aus EU-Lager, vollständige Dokumentation (Datenblatt, lot-spezifischer QC-Report), technischer Support auf Deutsch und Englisch.

„ciPTEC ist ein gut akzeptiertes In-vitro-Modell zur Untersuchung von Verbindungen auf ihr DIKI-Potenzial.”

Dr. Oliver Wehmeier, Managing Director — acCELLerate

FAQ — ciPTEC Nierenzelllinie

Welches ciPTEC-Modell soll ich für OAT1-DDI-Studien verwenden?

ciPTEC-OAT1 — das empfohlene Modell für organische Anion-DDI-Studien. Validiert gegen 62 Verbindungen in Kooperation mit AstraZeneca: 75% Sensitivität, 100% Spezifität.

Wie viele Passagen sind stabil?

ciPTEC behält stabile, funktionale Transporter-Expression über 20+ Passagen bei — ohne Verlust der Proximaltubulus-Eigenschaften.

Ist ciPTEC für FDA/EMA DDI-Einreichungen geeignet?

Ja. ciPTEC exprimiert die von FDA DDI Guidance (2020) und EMA DDI Guideline geforderten renalen Transporter (OAT1, OAT3, OCT2, MATE1/2) stabil und funktional.

Welches Serum wird für ciPTEC benötigt?

Humanes AB-Serum — kein FBS. SeamlessBio liefert GMP-dokumentiertes humanes Serum AB vom gleichen Lieferanten auf einer Rechnung.

Ist ciPTEC mit Organ-on-a-Chip kompatibel?

Ja — validiert mit OrganoPlate® (Mimetas) und PhysioMimix® (CN Bio) für perfundierte Kidney-on-a-Chip-Modelle.

Gibt es Testmuster?

Ja — Angebot und Testoptionen auf Anfrage. Kontakt: info@seamlessbio.de | +49 851 37932226


Produkte hergestellt von Cell4Pharma B.V., Niederlande. Exklusiv vertrieben in DACH und EU durch SeamlessBio, Passau, Deutschland. Nur für Forschungszwecke.

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